Bester Kaffee

Kaffeeart Röstung Geschmack | Wo kaufen?

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Ob Jacobs Kaffee mit der goldenen Krone oder der „Himmlische“ von Mövenpick, jeder Hersteller preist sein Produkt als das beste an. Aber gibt es ihn wirklich, den besten Kaffee, der jedem schmeckt? Über nichts lässt sich bekanntlich besser streiten als über den Geschmack. Vielleicht gibt es ja wirklich die optimale Temperatur bei der Röstung, die ideale Zusammensetzung bestimmter Aromen, das absolut stimmige Verhältnis von Säure, Bitterkeit und einem Hauch süßlicher Nuancen. Nur welcher Hersteller hat das Geheimnis gelüftet und produziert den Kaffee, dem alle verfallen? Vielleicht weiß ja auch lediglich die Natur, welche Faktoren zu dem vollendeten Ergebnis führen. Steckt das Erfolgsrezept womöglich in den klimatischen Einflüssen beim Reifeprozess der Bohnen? Wie viel Einfluss haben der Erntetermin und die Verarbeitung auf den Geschmack? Mit hundertprozentiger Sicherheit können wir das nicht beantworten. Und doch sind wir dem Rätsel auf den Grund gegangen und haben uns für dich auf die Suche nach dem besten Kaffee begeben.

Kaffeeart und Röstung bestimmen den Geschmack

Die eine Sorte schmeckt vollmundig und stark, die andere erweist sich als sanft und blumig. Kaum zu glauben, dass beide Hersteller ihre Bohnen aus dem gleichen Anbaugebiet beziehen. Kaffee ist das wohl komplexeste Getränk der Welt. Noch immer haben Forscher nicht alle Faktoren und Inhaltsstoffe entschlüsselt, die für das Aroma verantwortlich sind.

In einer Kaffeekirsche stecken Hunderte verschiedene Stoffe, deren Zusammenspiel einen unverkennbaren Geschmack erzeugen. Je nach Verarbeitung treten die einzelnen Bestandteile beim Brühen in der Kaffeemaschine unterschiedlich dominant hervor.

Entscheidend für das Verhältnis von Säure und Bitterkeit des Kaffees ist die Temperatur beim Röstungsverfahren. Je länger und stärker die Bohnen erhitzt werden, umso bitterer werden sie. Zwar ist eine gewisse Bitterkeit erforderlich, zu viel des Guten verdirbt letztendlich aber doch den Genuss und gilt als Zeugnis der Minderwertigkeit. Hellere Röstungen, die sogenannten Zimtröstungen, schmecken hingegen angenehm sauer.

Hinweis: Lass dich nicht beirren, wenn der Hersteller auf der Verpackung mit „herber Säure“ wirbt. Dieser Geschmackseindruck hat nichts mit der Säure einer frischen Zitrone oder Essigsäure gemeinsam. Im Kaffee ist sie ein Zeichen für Hochwertigkeit und harmoniert ideal mit leicht süßlichen Komponenten wie einem blumigen Aroma, beigefügtem Milchschaum oder einer Prise Zucker.

Die Röstung spielt deshalb so eine wichtige Rolle, weil sich die Inhaltsstoffe, die bei den Bohnen aus gleichen Anbaugebieten allesamt gleich sind, je nach Temperatureinfluss miteinander verbinden. Eiweiße gehen mit dem Vielfachzucker eine Bindung ein, saure und bittere Stoffe werden in unterschiedlichen Mengen freigesetzt.

Das Röstungsverfahren bestimmt die jeweilige Kaffeesorte, die unter dem Namen eines Herstellers in den Handel kommt. Diese Sorten darfst du nicht mit den Kaffee-Arten verwechseln, die ebenfalls Einfluss auf den Geschmack haben.

Kaffee-Arten werden nach Anbaugebiet und Gattung des Baumes kategorisiert, an dem die Kirschen reifen. Im Handel findest du folgende Arten:

  • Arabica-Kaffee (mit einem Marktanteil von rund 70 %)
  • Robusta-Kaffee (mit einem Marktanteil von rund 30 %)
  • Liberica
  • Excelsa
  • Maragogype
  • Kopi Luwak

Da auch die Witterung wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Kaffeekirschen nimmt, ist es möglich, dass gleiche Kaffeearten aus unterschiedlichen Jahrgängen anders schmecken.

Beste Kaffee-Art

In Äthiopien, dem Land des Kaffees, sind sich die Menschen einig: Wenn es eine beste Kaffee-Art gibt, dann ist es der Yirgacheffe-Kaffee. Diese Art wächst in den Hochebenen (2000 bis 2200 m) der Region Sidamo im Süden des Landes. Die kleinen, unscheinbaren Bohnen haben es in sich. Im Gegensatz zur Massenproduktion der meisten erhältlichen Kaffee-Marken wird der Yirgacheffe mit großer Sorgfalt auf kleinen Plantagen angebaut, die nur selten größer als einen Hektar sind.

Äthiopien kaffee bild

Jedem Baum kommt eine aufmerksame Pflege zu. Krankheiten werden damit schneller erkannt. Diese Arbeitsbedingungen schmeckt man. Folgende Merkmale machen die Art so einzigartig:

  • mildes, weiches Aroma
  • blumige Geschmackskomponenten, die an Aprikose und Pfirsich erinnern
  • säurearm
  • sehr bekömmlich
  • fruchtig und gleichzeitig würzig
  • schmeckt nach Blumen, Beeren und Zitrusfrüchten
  • im Abgang entfaltet sich ein süßer Karamellgeschmack

Hierzulande führen die Arten Arabica und Robusta den Markt an. Erstgenannte Art gilt als die hochwertigere, da sie aufgrund der höheren Anbaugebiete ein milderes Aroma besitzt. Beim Robusta-Kaffee übertüncht eine gewisse Bitterkeit die Säure. Diese Sorte schmeckt mit Milch aber ebenfalls sehr gut.

 

Der Kopi Luwak – guter Geschmack, schlechtes Image

Kopi Luwak ist eine sehr teure Kaffee-Art, deren Herstellung äußerst umstritten ist. In der Heimat des Kaffeebaums ernähren sich auch Schleichkatzen von den Kaffee-Kirschen. Beim Verdauungsprozess entwickeln die Bohnen im Magen der Tiere durch die Gärungsprozesse ein ganz spezielles Aroma. Das Problem ist, dass die Menschen die Schleichkatzen dort aus Gründen des Profits in Käfigen halten, um an die fermentierten Bohnen zu gelangen. Wir raten dir, auf den Geschmack zu verzichten und stattdessen mit gutem Gewissen eine vielleicht nicht so hochwertige Kaffee-Sorte zu genießen.

Anbaubedingungen

Hochland-Kaffee gilt als qualitative Auszeichnung. Ausschließlich Kaffee-Arten, die in Höhenlagen ab 1000 m reifen, dürfen sich so nennen. Ab 1500 m spricht man sogar von reinem Hochlandkaffee. In welcher Weise beeinflusst das Klima aber die Qualität der Bohnen?

Normalerweise benötigt der Kaffeebaum warme Temperaturen, um zu wachsen. Die Äquatorgebiete schaffen beste Voraussetzungen.

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Zudem ragen hier hohe Gebirgsketten in den Himmel, auf deren Spitzen kühle Luftmassen zirkulieren. Nun funktioniert der Stoffwechsel einer Pflanze ähnlich wie beim Menschen unter Wärmeeinfluss schneller. Im übertragenen Sinne bedeutet das, dass die Kaffeekirschen umso schneller reifen, je wärmer die Umgebungsluft ist. Die kalten Temperaturen auf den Berggipfeln verlangsamen jedoch die Reifezeit. Auf diese Weise kann die Kirsche mehr Aroma bilden. Denn gut Ding will bekanntlich Weile haben. Bis zu zehn Monaten kann die Reifezeit eines hochwertigen Kaffees betragen.

Zudem werden die Kirschen meistens von Hand gepflückt, da die Kaffeebauern über die hohe Qualität Bescheid wissen.

Verlassen solltest du dich beim Kauf trotzdem nicht allein auf die Bezeichnung. Hochlandkaffee kann ebenso mit Fungiziden behandelt sein wie herkömmliche Sorten. Nur wenn auf der Verpackung auf eine natürliche Anbau-Umgebung hingewiesen wird, ist dein Kaffee wirklich hochwertig.

 

Beste Kaffeesorte

Kaffeegenuss ist und bleibt Geschmacksache. Sowohl aus diesem als auch aus rechtlichen Gründen sehen wir davon ab, dir eine bestimmte Marke zu empfehlen. Grundsätzlich gelten Sorten mit heller Röstung jedoch als hochwertiger. Ihr Aroma erweist sich aufgrund der kurzen Erhitzung der Bohnen als viel komplexer. In dunklen Sorten gehen die einzelnen Geschmacksnuancen ineinander über. Du schmeckst die Zitrusnoten sowie den Karamellgeschmack nicht mehr so deutlich heraus. Zu dunkle Sorten schmecken sogar verbrannt. Doch Vorsicht, zu hell darf dein Kaffee auch nicht sein. In diesem Fall kommt der Getreidegeschmack zu sehr zum Vorschein. Welcher Hersteller das optimale Mittelmaß gefunden hat, musst du selber entscheiden.

Interessant zu wissen: Laut einer Umfrage im Jahr 2018 war Jacobs Krönung die beliebteste Kaffeemarke Deutschlands.

 

Wo kaufen?

Kaffee ist so beliebt, dass du ihn mittlerweile beim Discounter, in exquisiten Lebensmittelläden, im Drogeriemarkt, in Bio-Qualität im Reformhaus und sogar als Souvenir in familienbetriebenen Röstereien erhältst. Der große Markt macht es Herstellern leider möglich, mit Leichtigkeit minderwertige Produkte in die Regale zu schmuggeln und sie durch gezieltes Marketing aufzuwerten.

Hast du deine Lieblingskaffeesorte bereits gefunden, spricht natürlich nichts gegen den Erwerb beim Discounter. Wer jeden Morgen Kaffee trinkt, möchte oft Geld sparen. Um jedoch nicht in die Verbraucherfalle zu tappen, solltest du einen genauen Blick auf die Angaben der Verpackung werfen. Folgende Eigenschaften sollten aufgeführt sein:

  • das Röstdatum
  • Herkunft und Anbaugebiet der Bohnen
  • Hinweis, ob es sich um eine reine Sorte oder eine Mischung handelt
  • im Optimalfall ein Fair-Trade-Siegel

Das Röstdatum scheint unwichtig, solange das Mindesthaltbarkeitsdatum deinem Konsumverhalten entspricht. Dabei spielt es eine wichtige Rolle für das Aroma. Denn dieses baut sich unmittelbar nach dem Rösten der Bohnen ab. Je länger der Kaffee im Supermarktregal verweilt, umso weniger Aromastoffe sind wahrscheinlich enthalten – unabhängig davon, wie lange der Kaffee noch haltbar ist.

Den Unterschied zwischen abgepackten Produkten und richtig frisch gerösteten Bohnen schmeckt man deutlich. Als Kaffee-Liebhaber lohnt es sich daher, ruhig etwas Geld in Bohnen aus einer originalen Rösterei zu investieren. Hier kannst du dir der Frische sicher sein.

Eine weitere Möglichkeit, Kaffee billig zu erwerben, ist das Internet. Hier hast du zumindest die größte Auswahl an Anbietern. Der große Vorteil für regelmäßige Konsumenten: Das Angebot reicht sogar bis hin zu Abonnements, sodass dein Vorrat nie ausgeht.

 

Der Cup of Excellence

Der Cup of Excellence ist die größte Auszeichnung, die ein Kaffee-Hersteller erhalten kann. Sie wird im Zuge eines internationalen Wettbewerbs vergeben, der jährlich von der Alliance For Coffee Excellence (ACE) veranstaltet wird. In den Kaffee-Anbauländern Afrikas und Süd- sowie Mittelamerikas kommen 300 bis 900 Produzenten zusammen, um sich der strengen Kritik einer nationalen sowie internationalen Jury zu stellen. Der Sieger darf sich bis ins nächste Jahr mit dem COE-Siegel schmücken, das er auch als Werbung auf seine Verpackung drucken darf.

Zunächst erfolgt die Verköstigung in einem nationalen Vorentscheid. Jedes Jurymitglied probiert genau fünf Tassen von jeder Sorte. Anschließend haben die Juroren 100 Punkte zur Verfügung, mit denen sie den Kaffee bewerten. Die volle Punktzahl wurde noch nie vergeben. 86 Punkte reichen jedoch aus, um ins Finale einzuziehen.

Hier treffen die Hersteller auf eine internationale Jury. Zudem erfolgt die Verkostung blind. Wer hier überzeugt, wird zum glücklichen Gewinner gekürt.

 

Gesundheitliche Aspekte

Ob der geschmacklich beste Kaffee auch für die Gesundheit am besten ist, ist fraglich. Um gesundheitlich von Kaffee zu profitieren, müsstest du komplett auf leckeren Milchschaum sowie Zucker verzichten. Letzteres fällt bei einer solchen Aromavielfalt gewiss nicht allzu schwer. Aber ein Cappuccino ohne Milchschaum?

Überdies hast du gelernt, dass sich hochwertiger Kaffee unter anderem durch einen hohen Säuregehalt auszeichnet. Dieser schlägt vielen Menschen leider auf den Magen. Andersherum regeneriert insbesondere Chlorogensäure die Leber.

Letztendlich gilt es, wie immer das Mittelmaß zu finden. Die täglich konsumierte Menge ist entscheidend. Achte also darauf, dich gesund und ausgewogen zu ernähren und zwischendurch auch mal ein Glas Wasser zu trinken – selbst wenn der Kaffee noch so gut schmeckt.

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Kaffeefit Autorin

Kaffeefit Autorin

Der überschaubare Kreis der Autoren, die auf dieser Seite regelmäßig Blogbeiträge veröffentlichen und aktualisieren, ist – wie soll es auch anders sein – dem Kaffee verfallen. Mit großem Interesse verfolgen wir die Innovationen und Trends auf dem Markt. Jeder der Autoren ist auf einen anderen Bereich spezialisiert, zum Beispiel Kaffeezubereiter, Kaffeesorten oder Kaffee-Kreationen. Teils entnehmen wir unsere Informationen seriösen Quellen, etwa Testinstituten wie Stiftung Warentest, teils berichten wir aus eigener Erfahrung. Da unser Interesse an der Kaffeebohne so unermüdlich ist wie der Effekt, den Koffein auf den Körper hat, sind wir stets darauf aus, die Blogartikel auf dem neuesten Stand zu halten. Freut uns, dass du unsere Seite besuchst.

Quelle

Nehlig, Astrid, Jean-Luc Daval, and Gérard Debry. „Caffeine and the central nervous system: mechanisms of action, biochemical, metabolic and psychostimulant effects.“ Brain Research Reviews 17.2 (1992): 139-170

 Samuel Hahnemann: Der Kaffee in seinen Wirkungen. In: Josef M. Schmidt, Daniel Kaiser (Hrsg.): Samuel Hahnemann. Gesammelte kleine Schriften. Haug, Heidelberg 2001, ISBN 3-8304-7031-2, S. 351–364.

Samuel Hahnemann: Hahnemanns Arzneimittellehre. Band I. Narayana, Kandern 2007, ISBN 978-3-939931-06-5, S. 875–887.

Georgos Vithoulkas: Homöopathische Arzneimittel. Materia Medica Viva. Band IX. Elsevier, München 2009, ISBN 978-3-437-55061-4, S. 189–205.

Annette Kerckhoff, Michael Elies: Medizin aus der Küche – Teil 2. In: Natur und Medizin. Heft 6, November/Dezember 2018, S. 10.

Meredith, Steven E., et al. „Caffeine use disorder: a comprehensive review and research agenda.“ Journal of caffeine research 3.3 (2013): 114-130

Kaplan, GARY B., et al. „Caffeine treatment and withdrawal in mice: relationships between dosage, concentrations, locomotor activity and A1 adenosine receptor binding.“ Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics 266.3 (1993): 1563-1572

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